Unsere-Ortsstelle


Die Geschichte der Wasserrettung Saalfelden

Von einer Idee zur unverzichtbaren Einsatzorganisation

Die Geschichte der Wasserrettung Saalfelden beginnt mit einer Vision: Menschen in Not auf und am Wasser schnell und professionell helfen zu können. Obwohl die Österreichische Wasserrettung bereits seit 1957 österreichweit besteht, verfügte der Mitterpinzgau lange Zeit über keine eigene Ortsstelle. Einsätze im Raum Saalfelden wurden von benachbarten Ortsstellen übernommen, wodurch längere Anfahrtswege in Kauf genommen werden mussten.

Der Wunsch nach einer eigenständigen Wasserrettungseinheit entstand insbesondere aufgrund der geografischen Besonderheiten der Region. Die Saalach, die Urslau, zahlreiche Bäche, Seen und Wildwasserstrecken stellen sowohl für Einheimische als auch für Touristen beliebte Freizeitgebiete dar, bergen jedoch auch Risiken. Gerade im unteren Saalachtal und auf den Wildwasserstrecken des Pinzgaus kam es immer wieder zu anspruchsvollen Einsätzen.

Die Gründung im Jahr 2018

Nach monatelanger Planung, zahlreichen Gesprächen und intensiver Vorbereitungsarbeit war es im September 2018 schließlich so weit: Die Ortsstelle Saalfelden der Österreichischen Wasserrettung wurde offiziell gegründet. Initiator war Philipp Holzer.

Bei der Gründungsversammlung wurde Philipp Holzer einstimmig zum ersten Ortsstellenleiter gewählt. Bereits zur Gründung bestand die neue Ortsstelle aus rund fünfzehn engagierten Mitgliedern, die sich freiwillig in den Dienst der Allgemeinheit stellten. Die Unterstützung durch die Gemeinden, den Landesverband Salzburg sowie zahlreiche regionale Persönlichkeiten zeigte von Beginn an die Bedeutung dieses Projektes für die Region.

Die ersten Schritte

Noch bevor die Ortsstelle offiziell gegründet wurde, begannen die ersten Mitglieder bereits mit ihrer Ausbildung. Gemeinsam mit erfahrenen Wasserrettern anderer Ortsstellen wurden Kurse und Schulungen absolviert, um die notwendigen Kenntnisse für Rettungseinsätze, Erste Hilfe und den Umgang mit Spezialausrüstung zu erlernen.

Die junge Ortsstelle stand vor zahlreichen Herausforderungen. Neben der Ausbildung der Mannschaft mussten Einsatzmaterialien beschafft, organisatorische Strukturen aufgebaut und geeignete Räumlichkeiten gefunden werden. Dank des großen Engagements der Mitglieder und der Unterstützung regionaler Unternehmen konnten bereits kurz nach der Gründung wichtige Ausrüstungsgegenstände angeschafft werden. So erhielt die Ortsstelle Ende 2018 eine komplette Nassausrüstung als Spende eines heimischen Unternehmens.

Aufbau der Einsatzfähigkeit

Im Jahr 2019 erreichte die Ortsstelle einen weiteren wichtigen Meilenstein. Durch Spenden und Eigenleistungen konnte ein eigenes Einsatzfahrzeug angeschafft werden. Damit wurde die Einsatzbereitschaft erheblich verbessert und die Mannschaft konnte noch schneller zu Notfällen ausrücken.

Gleichzeitig nahm die Zahl der Einsätze stetig zu. Bereits in den ersten Jahren bewiesen die Mitglieder ihre Leistungsfähigkeit bei Personenrettungen, Suchaktionen, Hochwassereinsätzen und technischen Hilfeleistungen. Besonders am Ritzensee konnte die Wasserrettung im Sommer 2019 einen erschöpften Schwimmer rechtzeitig aus einer lebensbedrohlichen Situation retten. Dieser Einsatz zeigte eindrucksvoll, wie wichtig eine ortsnahe Wasserrettung für die Sicherheit der Bevölkerung ist.

Im selben Jahr beteiligte sich die Ortsstelle an einem groß angelegten Sucheinsatz entlang der Urslau und Saalach. Gemeinsam mit Feuerwehr und Polizei wurde nach einer möglicherweise verunglückten Person gesucht. Auch wenn sich der Einsatz letztlich als Fehlalarm herausstellte, verdeutlichte er die Bedeutung einer funktionierenden Zusammenarbeit aller Blaulichtorganisationen.

Mehr als Menschenrettung

Die Aufgaben der Wasserrettung beschränken sich nicht ausschließlich auf die Rettung von Menschen. Auch Tierbergungen und Umweltschutzmaßnahmen gehören zum Einsatzspektrum. So rückte die Mannschaft bereits kurz nach ihrer Gründung aus, um eine verletzte Ente von einer Angelschnur zu befreien. Der erfolgreiche Einsatz zeigte die Vielseitigkeit der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.

Neben den Einsätzen engagierten sich die Mitglieder verstärkt in der Schwimmausbildung, bei Sicherheitswachen und bei der Präventionsarbeit. Ziel war und ist es, Unfälle bereits im Vorfeld zu verhindern und das Bewusstsein für Gefahren am Wasser zu stärken.

Bewährungsproben bei Hochwasser und Katastropheneinsätzen

Die Jahre nach der Gründung waren geprägt von zunehmenden Wetterextremen. Besonders das Hochwasserereignis im Sommer 2021 stellte die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen. Gemeinsam mit Feuerwehr, Polizei und weiteren Organisationen arbeitete die Wasserrettung Saalfelden über viele Stunden hinweg an Sicherungs- und Hilfsmaßnahmen im gesamten Gemeindegebiet. Dabei zeigte sich einmal mehr die Bedeutung einer gut ausgebildeten Wasserrettungseinheit im Pinzgau.

Parallel dazu wurden die Ausbildungen laufend erweitert. Immer mehr Mitglieder spezialisierten sich in den Bereichen Wildwasserrettung, Fließwasserrettung, Katastrophenschutz und Erste Hilfe. Die Ortsstelle entwickelte sich dadurch Schritt für Schritt zu einer professionellen und schlagkräftigen Einsatzorganisation.

Führung und Organisation der Ortsstelle

Der Erfolg der Wasserrettung Saalfelden basiert seit ihrer Gründung auf dem ehrenamtlichen Engagement ihrer Mitglieder sowie einer verantwortungsvollen und vorausschauenden Führung. Der organisatorische Aufbau der Ortsstelle entwickelte sich parallel zum Wachstum der Mannschaft und den steigenden Anforderungen im Einsatz- und Ausbildungsbetrieb.

Mit der Gründung der Ortsstelle im Jahr 2018 wurde Philipp Holzer zum ersten Ortsstellenleiter gewählt. Als Initiator der Ortsgründung prägte er die Aufbauphase maßgeblich und legte gemeinsam mit den ersten Mitgliedern den Grundstein für eine leistungsfähige Einsatzorganisation. In den ersten Jahren standen vor allem die Gewinnung neuer Mitglieder, die Ausbildung der Mannschaft, die Beschaffung von Ausrüstung sowie der Aufbau der organisatorischen Strukturen im Mittelpunkt.

Ab dem Jahr 2020 unterstützte Georg Breitfuß die Ortsstellenleitung als Stellvertreter. Gemeinsam wurde die junge Ortsstelle weiterentwickelt und ihre Einsatzbereitschaft kontinuierlich ausgebaut. In dieser Zeit konnten wichtige organisatorische und einsatztechnische Meilensteine erreicht werden.

Im Jahr 2022 erfolgte der erste große Führungswechsel in der Geschichte der Ortsstelle. Gabriel Aschacher übernahm die Funktion des Ortsstellenleiters, während Andreas Hofer zum Stellvertreter bestellt wurde. Unter ihrer Führung wurde der erfolgreiche Aufbaukurs fortgesetzt und die Zusammenarbeit mit den regionalen Einsatzorganisationen weiter gestärkt.

Ende des Jahres 2023 wurde die Leitung erneut neu besetzt. Leon Herzog übernahm die Funktion des Ortsstellenleiters, unterstützt von Vanessa Lerchl als Stellvertreterin. Die neue Führung setzte verstärkt auf die Förderung junger Mitglieder, die Weiterentwicklung der Ausbildung sowie die langfristige Sicherung der Einsatzbereitschaft der Ortsstelle.

Seit Februar 2025 unterstützt Patrick Brugger die Ortsstellenleitung als Stellvertreter. Gemeinsam mit dem Führungsteam trägt er Verantwortung für die organisatorischen, einsatztechnischen und administrativen Aufgaben der Ortsstelle.

Neben der Ortsstellenleitung leisten zahlreiche weitere Funktionärinnen und Funktionäre einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der Wasserrettung Saalfelden. Ausbildungsleiter, Einsatzleiter, Jugendbetreuer, Kassiere, Schriftführer sowie viele weitere engagierte Mitglieder sorgen dafür, dass Ausbildung, Einsatzbetrieb, Verwaltung und Vereinsleben reibungslos funktionieren.

Die Führung der Wasserrettung Saalfelden versteht sich dabei als Teamarbeit. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, Verantwortung wird auf mehrere Schultern verteilt und die Weiterentwicklung der Ortsstelle erfolgt stets im Sinne der Kameradschaft und des ehrenamtlichen Gedankens. Dieses Miteinander bildet bis heute die Grundlage für die erfolgreiche Arbeit der Wasserrettung Saalfelden und ihren wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung im Pinzgau.

Übersicht der Ortsstellenleitung seit der Gründung

ZeitraumOrtsstellenleiterStellvertreterWichtige Entwicklungen
2018–2022Philipp Holzerbis 2020 verschiedene Aufbauhelfer, ab 2020 Georg BreitfußGründung der Ortsstelle, Aufbau der Vereinsstrukturen, Ausbildung der ersten Einsatzkräfte, Beschaffung der Grundausrüstung und des ersten Einsatzfahrzeuges, Etablierung der Wasserrettung im Mitterpinzgau
2022–2023Gabriel AschacherAndreas HoferFortführung des Aufbaus, Ausbau der Zusammenarbeit mit den regionalen Einsatzorganisationen, Weiterentwicklung des Ausbildungs- und Einsatzwesens
Ende 2023 – Februar 2025Leon HerzogVanessa LerchlGenerationswechsel in der Führung, verstärkte Förderung der Jugend- und Nachwuchsarbeit, Weiterentwicklung der internen Organisation und Ausbildung
Seit Februar 2025Leon HerzogPatrick BruggerFortführung der erfolgreichen Ortsstellenarbeit, Stärkung der Führungsstruktur, Ausbau der Einsatzbereitschaft und Vorbereitung auf zukünftige Herausforderungen

Die Wasserrettung Saalfelden heute

Heute ist die Wasserrettung Saalfelden ein fixer Bestandteil des regionalen Sicherheitsnetzes. Von ihrem Stützpunkt in Saalfelden aus betreut sie Einsätze im gesamten Mitterpinzgau und arbeitet eng mit Feuerwehr, Rotem Kreuz, Polizei, Bergrettung und anderen Einsatzorganisationen zusammen. Die Ortsstelle verfügt über moderne Ausrüstung, engagierte Mitglieder und eine hohe Einsatzbereitschaft rund um die Uhr.

Neben Rettungseinsätzen bilden Schwimmkurse, Sicherheitswachen, Katastrophenschutzübungen und die Nachwuchsarbeit einen wesentlichen Bestandteil der Vereinsarbeit. Die Mitglieder leisten ihre Arbeit ehrenamtlich und investieren unzählige Stunden in Ausbildung, Training und Einsätze.

Blick in die Zukunft

Auch in Zukunft wird die Wasserrettung Saalfelden vor neuen Herausforderungen stehen. Der steigende Freizeitverkehr an Gewässern, zunehmende Wetterextreme und die Anforderungen moderner Rettungseinsätze verlangen nach laufender Weiterbildung und moderner Ausrüstung.

Die Erfolgsgeschichte der Wasserrettung Saalfelden zeigt eindrucksvoll, was durch Zusammenhalt, Freiwilligkeit und Engagement möglich ist. Aus einer Idee weniger Menschen entstand innerhalb weniger Jahre eine Organisation, die heute aus dem Sicherheitswesen des Pinzgaus nicht mehr wegzudenken ist. Ihre Mitglieder stehen Tag und Nacht bereit, um Leben zu retten, Hilfe zu leisten und Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen – ganz im Sinne des Leitsatzes der Österreichischen Wasserrettung:

„Jeder Nichtschwimmer ein Schwimmer – jeder Schwimmer ein Rettungsschwimmer.“